Der Winter hält Einzug, über den Weihnachtsmärkten liegt Glühweinduft und auch der Letzte hat die Adventsdeko entstaubt – kurzum Weihnachten steht vor der Tür.  Eine ruhige Zeit, in der man Rückschau halten sollte/könnte, wäre da nicht der Vorbereitungsstress aufs Fest. Viele wissen zwischen Wunschzetteln, Plätzchenrezepten und Gästeliste kaum mehr, wo ihnen der Kopf steht, und die Zukunftsplanung endet bei der Bescherung am 24. Dezember. Anders im Geschäftsleben: Da weiß man schon jetzt, welche Trends im kommenden Jahr den Ton angeben werden.

Ich sehe im IT-Bereich vier große Themenfelder, die uns 2013 beschäftigen werden. Da ist zunächst die bevorstehende, große Welle an Betriebssystemmigrationen zu nennen. Die meisten großen Unternehmen haben bereits 2012 begonnen, von Windows XP auf Windows 7 oder sogar Windows 8 zu wechseln. Im kommenden Jahr werden das auch die Nachzügler tun, überwiegend kleine und mittelgroße Unternehmen. Dahinter steckt einerseits sicherlich der Wunsch, auf dem neuesten Stand zu sein. Andererseits aber auch die Notwendigkeit zu migrieren, da Windows XP nicht mehr länger ausreichend von Microsoft unterstützt wird. In einigen Unternehmen dürfte sich dabei die Frage auftun, ob neben Windows auch nicht etwas völlig anderes in Frage kommt. Die deutsche Bürowelt ist längst nicht mehr nur eine Windows-Monokultur, andere Betriebssysteme erfreuen sich kontinuierlich steigender Beliebtheit.

Das führt mich zu einem zweiten Punkt, der 2013 wichtig wird, nämlich Mobilität. Die Alleinstellung von Windows als einziges Betriebssystem für Unternehmen weit und breit ist unter anderem durch den Siegeszug von Smartphones und Tablets geschwächt worden. In diesem Bereich dominieren iOS von Apple und das von Google entwickelte Android. Gerade diese Endgeräte werden aber noch mehr Bedeutung erlangen als ohnehin schon, wenn es um wirklich mobiles Arbeiten geht. Alle Studien, die wir durchgeführt haben, sprechen eine klare Sprache: Der Arbeitsplatz der Zukunft ist mobil, der klassische Büro-Job ist auf dem Rückzug. Deshalb werden im kommenden Jahr Unternehmen jeder Größe auf die Suche nach Werkzeugen gehen, mit denen sie der zunehmenden Vielfalt mobiler Endgeräte in ihrer Belegschaft begegnen können. Dazu gehören auch verstärkt private Smartphones und Tablets, der Trend zu Bring Your Own Device, in welcher Form und welchem Ausmaß auch immer, ist nämlich ebenfalls nicht mehr aufzuhalten.

Damit geht die nächste Entwicklung einher, die wir 2013 erleben werden: Immer mehr Apps und Anwendungen aus dem privaten Bereich halten in den Unternehmen Einzug. Die Mitarbeiter sind an Dropbox, Evernote und Co. einfach so sehr gewohnt, dass sie die intuitive Bedienbarkeit und einfachen Oberflächen nicht mehr missen wollen. Was der Nutzer unbekümmert praktiziert, das bringt den IT-Verantwortlichen vielfach um den Schlaf. Die Consumer-Apps mögen ja produktiver machen, aber in Sachen Sicherheit sind sie ein Alptraum. Deshalb werden sich Business-Anwendungen im kommenden Jahr immer stärker am Nutzer und seinen Bedürfnisse ausrichten, um im Wettbewerb mit den privaten Apps zu bestehen.

Um die Vielzahl an Apps auf immer mehr verschiedenen Endgeräten effizient und sicher zu verwalten, ist Zentralisierung ein möglicher Weg. Diese Entwicklung verhilft Cloud-Services endgültig zum Durchbruch vom Hype zum Alltagswerkzeug. Wo vor etwa 18 Monaten die Landschaft an solchen Angeboten doch noch sehr überschaubar war, sehen wir jetzt ein deutlich vielfältigeres Angebot. Diese Entwicklung geht auch 2013 weiter, so dass etliche Services die Rechenzentren verlassen und in die Cloud wandern werden.